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Was hat Lord Kelvin mit deinem Video-Interview zu tun?
1883 gab Lord Kelvin, ein berühmter britischer Physiker, bekannt, dass Röntgen sich als Schwindel herausstellen wird. 3 Jahre später entschuldigte er sich dafür und gestand seinen Irrtum. 10 Jahre später im Jahr 1895, wies er die Vorstellung zurück, dass Flugzeuge jemals den Heißluftballon als bevorzugtes Luftfahrzeug ablösen könnten. Es dauerte 8 Jahre, bis die Gebrüder Wright ihren Jungfernflug absolvierten und dem Heißluftballon den Rang abliefen.
Doch Lord Kelvin ist mit seinen falschen Voraussagen nicht allein. Albert Einstein konnte sich nicht vorstellen, dass wir Kernkraft als Energiequelle nutzen können. Die New York Times schrieb 1936, dass eine Rakete die Erdatmosphäre nicht verlassen kann (es dauerte 10 Jahre, bis es so weit war). 1962 schrieb der israelische Mathematiker und Sprachexperte Yehoshua Bar-Hillel, dass keinerlei Aussicht besteht, dass ein Digitalrechner zu revolutionären Veränderungen im Bereich der Übersetzung führen wird. Google Translate und alle anderen Übersetzungstools bewiesen ihm das Gegenteil.
Veränderungen treffend vorherzusagen ist schwierig und oftmals unmöglich.
Doch durch die Corona-Pandemie haben wir, gezwungenermaßen, einen technologischen Schritt nach vorne gemacht. Video-Interviews verschwinden nicht einfach wieder. Es macht auch nichts, dass wir diese Entwicklung nicht vorhersehen konnten. Wir hätten den Lauf der Dinge sowieso nicht beeinflussen können. Was wir allerdings beeinflussen können, ist wie wir darauf reagieren.
Deshalb sehen wir uns in diesem Artikel diese 3 Themen an:
1. Was hat sich durch Online-Bewerbungsgespräche NICHT verändert?
2. Was ist bei einem Video-Interview anders und wie vermeidest du gängige Fehler?
3. Was ist die beste Hardware für Online-Bewerbungsgespräche?
Starten wir mit Nummer Eins…
Bevor wir im Detail darauf eingehen, was sich NICHT verändert hat, sollten wir kurz noch darüber sprechen, wann Video-Interviews zum Einsatz kommen. Es ist natürlich von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Aber viele Personaler haben realisiert, dass Video-Interviews effizienter, schneller und produktiver sein können. Deshalb greifen Unternehmen vor allem in den ersten Gesprächs-Runden auf dieses Tool zurück.
Es kann aber auch sein, dass du praktisch den gesamten Bewerbungsprozess per Video durchlebst. Beeinflussen kannst du das sowieso nicht, aber du musst darauf vorbereitet sein.
Ein Video-Interview läuft gleich ab wie ein Präsenz-Interview. Das bedeutet also, dass du dich inhaltlich genauso vorbereiten musst wie auf ein normales Interview. Dazu empfehle ich dir unter anderem folgende Inhalte von uns:
Zusätzlich kannst du dir auch unseren Artikel Telefoninterview: Wie du besser bist als alle anderen Bewerber – selbst wenn du noch nie eines gehabt hast durchlesen. Das ganz erste Gespräch ist oftmals (nicht nur wenn uns eine Pandemie plagt) per Telefon. Ein Online-Bewerbungsgespräch hat dann allerdings weniger mit einem Telefoninterview gemein als mit einem klassischen Präsenz-Interview. Per Video merkt man, wenn du in Notizen blätterst, durch den Raum läufst oder nur in Unterwäsche dasitzt (das solltest du übrigens generell nicht machen, egal ob Telefon oder Video 😉 ).
Die HR-Manager stellen per Video nicht plötzlich ganz andere Fragen. Sie verändern nicht die komplette Struktur ihres Interviewprozesses. Das alles bleibt gleich. So wie wenn du ein eBook oder ein Buch aus Papier liest – der Inhalt ist gleich. Doch es fühlt sich trotzdem anders an. So ist es auch mit dem Video-Interview.
Nebenbei erwähnt: Pünktlichkeit ist beim Video-Interview übrigens genauso essenziell und eine Grundvoraussetzung wie bei einem Präsenz-Gespräch. Das heißt, du solltest sicherstellen, dass du ein paar Minuten vor Beginn bereit und im “Meetingraum” bist.
Doch bevor du dir über das “Video” im Wort Video-Interview Gedanken machst, muss eben deine Vorbereitung für das Interview an sich sitzen…
… solltest du nicht nur unsere Artikel von vorhin lesen, sondern auch “Vom Studium zum Traumjob” schauen. Das ist unser ultimatives Bewerbungs-Training für Studenten bzw. Uni- und FH-Absolventen.
Falls du schon länger mit dem Studium fertig bist, dann lass dich vom Titel nicht abschrecken. Die Inhalte sind für jede Bewerbung relevant und anwendbar.
Der Kurs ist kostenfrei, online und im eigenen Tempo absolvierbar. Mehr Infos bekommst du, indem du auf den Button klickst:
Wenn du top vorbereitet bist, dann wirst du sowohl im Online-Bewerbungsgespräch als auch im Präsenz-Interview jeden Personaler beeindrucken können. Damit dir das aber auch wirklich gelingt, musst du die Dinge meistern, die im Video-Interview anders sind.
Ich schreibe diesen Artikel nach fast 2 Jahren Pandemie, also hast du vermutlich schon etwas Videomeeting-Erfahrung 😉 Doch spezifische Online-Bewerbungsgesprächs-Erfahrung hast du vielleicht noch nicht. Und einen Uni- oder FH-Kurs passiv per Video zu konsumieren oder mit Kollegen einen kurzen Video-Call zu machen, kann man definitiv nicht mit einem Interview vergleichen, bei dem es darum geht, ob du den Job bekommst oder nicht.
A) Du bestimmst den Ort des Interviews & dein Equipment
Anstatt zum Unternehmen zu reisen, kannst du in den eigenen vier Wänden bleiben. Das kann allerdings zum Vorteil oder Nachteil werden – denn du selbst bestimmst welche Webcam du nimmst, wo du das Interview durchführst und wie der Lichteinfall ist.
Die meisten Dinge sollten No-Brainer sein, andere vergisst man vielleicht:
B) Du wählst die Meeting-Software NICHT selbst aus
Teams, Zoom, Skype, BlueJeans, Webex oder was auch immer – es gibt unzählige Meeting-Tools. Wenn du das erste Gespräch vereinbarst, solltest du unbedingt abklären mit welcher Software das Gespräch stattfindet. Bei einem Präsenz-Interview ist es egal, ob der Tisch weiß oder braun, die Sessel Leder- oder Stoffbespannung haben oder ob der Raum 20m² oder 30m² groß ist. Bei der Meeting-Software im Online-Bewerbungsgespräch ist es eben nicht egal, da jedes Tool etwas anders zu bedienen ist.
Die jeweilige Software lädst du dir runter und machst dich damit vertraut. Stelle deine Webcam richtig ein. Teste generell alle Einstellungen (Ton, Webcam, Hintergrund, …) und mache einige Testcalls mit Freunden. Eines willst du im Gespräch vermeiden: Stress durch technische Probleme. 30 Sekunden nach dem richtigen Button zu suchen, der dich mit dem Computeraudio verbindet, kommen dir bei einem Interview sonst wie 3 Stunden Folter vor.
C) Technische Hoppalas vermeiden
Vielen technischen Problemen kannst du vorbeugen. Hier sind ein paar Tipps:
D) Übe das Interview
Das gilt natürlich für jedes Interview, aber bei Video-Interviews solltest du ein paar spezifische Dinge beachten.
Wenn du all das beachtest, solltest du für das Video-Interview top vorbereitet sein. Vergiss nicht, dass du dir Vom Studium zum Traumjob ansiehst, damit du auch für die inhaltlichen Themen gerüstet bist.
Sprechen wir im dritten Punkt noch explizit über das Equipment.
Vorweg: Nein, ich habe nicht fünftausend verschiedene Geräte probiert. Doch wir machen bei FiP.S seit 2016 98 % unserer Termine per Video. Bei der Wahl unseres Equipments haben wir auf robuste, gute Hardware geachtet. Wir verwenden das, was ich dir in diesem Artikel empfehle seit Jahren und an sehr vielen Arbeitsplätzen. Auch wenn ich nicht unzählige Geräte selbst getestet habe – gelesen habe ich vermutlich viel zu viele Reviews und Tests 😉
Hier sind also unsere Empfehlungen:
Hier solltest du nicht sparen. Du musst aber auch kein Vermögen ausgeben. Grundsätzlich sollte so ziemlich jede Full HD Webcam reichen. Wir setzen an all unseren Videoberatungsplätzen die Logitech C920 ein. Die bekommst du meist um 70 bis 100 €. Ist es die beste Webcam, die es gibt? Vermutlich nicht. Aber sie wird ihren Job hervorragend machen – nämlich dich professionell zu präsentieren.
Hier musst du zuerst die Entscheidung treffen, ob du ein Headset möchtest oder lieber nichts am Kopf tragen willst. Wir verwenden die Jabra Konferenzlösung. Der Vorteil ist, dass du eben kein Headset benötigst. Der Nachteil: Wenn eine andere Person im Raum ist, störst du diese. Du könntest Kopfhörer tragen, aber dann kannst du vermutlich gleich zu einem Headset greifen.
Wir haben mit der Jabra Konferenzlösung sehr gute Erfahrungen gemacht und wir haben sie bewusst verkabelt um Ausfällen (egal ob Bluetooth oder Akku) so gut wie möglich vorzubeugen. Bisher laufen unsere Jabras seit mehreren Jahren ohne Probleme. Und nein, einen professionellen Podcast würde ich mit dem Equipment nicht aufnehmen, aber für Videomeetings ist die Lösung perfekt.
Solltest du dich für ein Headset entscheiden, dann schwören viele auf das Jabra Evolve 65. Du wirst vermutlich aber auch mit einem günstigeren Headset ein vernünftiges Ergebnis erzielen.
Wir haben die Geräte seit Jahren für mehrere Stunden am Tag im Einsatz. D.h. die Wahrscheinlichkeit, dass du sie bald wieder tauschen musst, ist gering. Du wirst im Job vermutlich auch ab und zu Home-Office machen. Auch hier ist es sicher kein Nachteil ein professionelles Set-Up zu haben. Du kannst das Ganze also als Investition in deine Karriere & Zukunft sehen.
Falls du auch noch eine professionelle Hintergrundlösung möchtest, dann gibt es dafür mobile Greenscreens:
Das Elgato Green Screen Panel ist unser Favorit. Inzwischen bieten viele Meeting-Tools ja auch schon die Funktion eines “virtuellen” Green Screens – d.h. du brauchst gar keinen grünen Hintergrund mehr und kannst trotzdem alles hinter dir verschwinden lassen. Jedoch passiert es hier immer wieder mal, dass plötzlich eine Gesichtshälfte, ein Arm oder ein Teil des Kopfes fehlt 😉
Ich bin deshalb ein Fan davon den natürlichen Hintergrund zu verwenden oder einen expliziten Green Screen. Der Elgato Green Screen kommt bei uns im Home-Office nach wie vor manchmal zum Einsatz und funktioniert einwandfrei. Im FiP.S Büro haben wir inzwischen die notwendigen Wände grün gestrichen – das wäre für das Interview aber vermutlich etwas übertrieben 😀
Auch hier gilt das was ich vorhin bereits erwähnt habe: Du kannst einen Green Screen natürlich auch später im Home-Office verwenden (der Wäscheberg kann also liegen bleiben und der aufziehbare Greenscreen verdeckt ihn 😉 ).
Vielleicht irre ich mich wie Lord Kelvin damals beim Röntgen und beim Heißluftballon. Wirklich vorhersagen können wir es alle nicht, aber ich traue es mir trotzdem nochmals zu sagen: Videointerviews und Remote Work (inkl. Videocalls) verschwinden nicht mehr von der Bildfläche.
Genau deshalb musst du darauf vorbereitet sein und das Online-Bewerbungsgespräch genau so professionell absolvieren, wie ein normales Interview. Mit diesem Artikel haben wir dir hoffentlich dabei geholfen ein paar Schritte in die richtige Richtung zu machen.
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